Jul 182016
 

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Nach dem Brexit-Referendum bringen alle denkbaren Modelle für eine Neuregelung der Beziehungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union Nachteile: für Deutschland, für die EU – und besonders für Großbritannien selbst. Ein Verbleib Großbritanniens im Europäischen Wirtschaftraum (auch als „norwegisches Modell“ bezeichnet) wäre dabei für alle Beteiligten höchstwahrscheinlich mit den geringsten ökonomischen Kosten verbunden. Der Binnenmarkt – einschließlich der für London zentralen Finanzdienstleitungen – bliebe den Briten ohne größere Einschränkungen erhalten. Allerdings müsste Großbritannien nach wie vor einen Beitrag zum EU-Haushalt leisten und weitgehende Personenfreizügigkeit für EU-Bürger hinnehmen, ohne dabei die Regeln des Binnenmarktes mitzubestimmen. In gewissem Sinne würde Großbritannien damit mehr Souveränität abgeben als durch eine EU-Mitgliedschaft. Somit ist das ökonomisch Wünschbare kaum mit den politischen Zielen der „Brexiteers“ in Einklang zu bringen. Auch das Referendum befreit Großbritannien nicht von diesem grundsätzlichen „trade-off“.

Arne Niemann

Professur für Internationale Politik

Ko-Direktor des Jean Monnet Centre of Excellence “Europe in Global Dialogue”

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