Rechtsextremismus und Rechtspopulismus

 

Rechtsextremismus als Forschungsproblem

Seit Ende der 1990er Jahre beschäftige ich mich mit den Wählern und Parteien der Extremen Rechten in Deutschland und Westeuropa. Rechtsextremismus bzw. Rechtsextreme gibt es in allen Ländern der Europäischen Union. Dabei unterscheidet sich das Niveau rechtsextremer Einstellungen zwischen den Ländern nur in relativ geringem Umfang. Trotzdem sind die Parteien der Extremen Rechten in Ländern wie Belgien, Dänemark, Frankreich oder Norwegen sehr viel erfolgreicher als beispielsweise in Deutschland, Portugal oder Luxemburg.

Deshalb  interessiere ich mich besonders für Kontextfaktoren wie Arbeitslosigkeit, Zuwanderung und die Positionen anderer Parteien, die mit darüber entscheiden, ob sich rechtsextreme Einstellungen in rechtsextremes Wahlverhalten umsetzen. Aus diesem besonderen Interesse ist u.a. mein 2008 erschienenes Buch zu den Wählern der Extremen Rechten in Westeuropa entstanden. In den letzten Jahren konnte dann ich mit Kollegen aus den Niederlande, Großbritannien und Frankreich zur Wirkung von Kontextfaktoren auf rechte Einstellungen forschen.

Darüber hinaus habe ich eine größere Anzahl von Buchkapiteln und Artikeln zum Thema Rechtsradikalismus/Rechtspopulismus in Deutschland bzw.  Rechtsextremismus/Rechtspopulismus in Europa veröffentlicht, die hier teilweise als Preprints (häufig mit Replikationsdaten) verfügbar sind.

Ein Wort zur Terminologie: Seit 2007 hat sich in der Forschung eine klare Unterscheidung zwischen Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus und Rechtspopulismus durchgesetzt, die ich inzwischen auch übernommen habe. Dies sollte aber niemanden verwirren: empirisch zeigt sich, daß die verschiedenen Forschungsstränge miteinander kompatibel sind.

Aktuelle Kommentare zur politischen Entwicklung in diesem Bereich finden sich in meinem Blog und auf twitter. Last, not least pflege ich eine Bibliographie zum Thema Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus und Rechtspopulismus, die inzwischen mehrere hundert Titel umfaßt.